Grohe Objektreportagen
Grohe Objekt Spezial 09
Pflege- und Seniorenheime

Pflege- und Seniorenheime

1. Pflegewohnhaus Baumgarten, Wien

Der in Wien-Penzing gelegene Gebäudekomplex des Pflegewohnhauses Baumgarten ist Teil eines Häuserblocks, der von der Hütteldorfer Straße, der Heinrich-Collin-Straße, der Salisstraße und der Seckendorfstraße begrenzt wird. Er verfügt über drei Bereiche für Kurzzeitpflege, sieben Bereiche für Langzeitbetreuung, zwei Bereiche für Demenzpatienten sowie ein Tageszentrum, in dem bis zu 50 Menschen betreut werden können. Das Wiener Büro Ganahl:Ifsits Architekten hatte für das 70 Millionen Euro teure Eigenprojekt des Krankenanstaltenverbunds der Stadt Wien ein Generalplanermandat.

Objekt I Pflegewohnhaus Baumgarten; Bauherr I KAV; Architekten I Hanno Ganahl, Walter Ifsits, Werner Silbermayr, Guido Welzl; Projektleiterin I Barbara Puchhammer; BGF I 44.400 m²; Eröffnung I Frühjahr 2014; GROHE Produkt I WT Europlus E

 

 

2. Pflegewohnhaus Donaustadt, Wien

Die Stadt Wien begegnet den aktuellen wie zu erwartenden demografi schen Entwicklungen mit einem umfassenden Geriatriekonzept. Dem Leitsatz „Altern in einer angenehmen Atmosphäre mit hochqualitativer Pflege“ folgend, wurden in den letzten Jahren acht neue Pfl egewohnhäuser mit sozialmedizinischer Betreuung realisiert. Eines davon ist das von Delugan Meissl Associated Architects, Wien, entworfene Pflegewohnhaus Donaustadt, in dem der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht.

Mit ihren mobilen kinetischen Kunstinstallationen erzeugen die beiden Innenhöfe ein lebendiges, dreidimensionales Bild der Natur und leisten den Transfer von außen nach innen.

Objekt I Pflegewohnhaus Donaustadt, Wien; Zweistufiger, EU-weiter Wettbewerb 2009 I 1. Preis; Baujahr I 2011–2014; Auslober I Stadt Wien, vertreten durch Wiener Krankenanstaltenverbund, Teilunternehmung PWH, Wien; Architekt I ARGE Delugan Meissl Associated Architects, Vasko + Partner Ingenieure ZT GmbH; Projektleitung I Bernd Heger, Daniela Hensler; Nutzfläche I 26.271 m²; GROHE Produkte I Grohtherm 2000 Brause Spezial, WT Euroeco Spezial, WT Eurosmart Cosmo CE

Grundriss EG

Wohnlichkeit statt Krankenhausatmosphäre, Wohnbereiche und ungestörte Rückzugsbereiche, lichtdurchflutete Ein- und Zweibettzimmer mit barrierefreien Loggien für ein naturnahes Verweilen charakterisieren das Pflegewohnhaus Donaustadt. Atrien und der mehr als 2.000 Quadratmeter große, barrierefrei erreichbare Garten lassen eine erlebbare Verbindung zur Außenwelt entstehen. Das Pflegewohnhaus im nördlichen Stadtgebiet von Wien ist keine medizinische Institution im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr ein Wohnhaus für pflegebedürftige alte Menschen, die auf eine umfassende medizinische Versorgung angewiesen sind.
Bei ihrer Aufgabe haben sich die Architekten vor allem mit der Situation des langen Aufenthalts der Bewohner in Pflegeeinrichtungen auseinandergesetzt.

Die spezifi sche Raumgeometrie des Foyers ruft eher nach einer richtungslosen als nach einer linearen Formensprache. Diese wurde dann auf die Gestaltung der Beleuchtung, des Bodens sowie der Möblierung angewandt.

Das in direkter Nachbarschaft zum Donauspital gelegene bereits bestehende Geriatriezentrum wurde von 2011 bis 2014 entkernt, erweitert und um einen Neubau ergänzt. Versehen mit einem neuen Kleid aus Stahl und Glas strahlt die äußere Erscheinung Gediegenheit und Klarheit aus. Diese Klarheit und Gediegenheit setzen Delugan Meissl Associated Architects im Inneren des Neubaus durch die durchgängige Anwendung der charakteristischen Materialität fort. Die zentral positionierte, eingeschossige Mittelzone bildet den repräsentativen, einladenden Eingangsbereich.

Kunstinstallation im Foyer

Das Foyer stellt klare Sichtbezüge zu den Vertikalerschließungskernen der beiden Baukörper her. Die urbane Qualität des Inneren spiegelt sich in den Aufenthaltsräumen wider, die den Bewohnern je nach deren individuellem Bedürfnis die Wahl lassen, ob und in welcher Form sie am Gemeinschaftsleben teilnehmen wollen. Ausgehend von der Dichotomie zwischen Privatheit und Gemeinschaftsleben haben die Architekten im Gemeinschaftsbereich verschiedene räumliche und atmosphärische Situationen entlang eines Weges entwickelt. Alle Bereiche unterscheiden sich voneinander in Bezug auf Raumproportionen, Materialität und Außenbezüge und sind um die zentralen Innenhöfe organisiert, wo mobile Kunstinstallationen einen zusätzlichen visuellen Anreiz bieten.

Helles Holz, warme Farbtöne und die hochwertige Objekteinrichtung schaffen eine Atmosphäre, in der sich die Bewohner wohlfühlen können.

Wie gelingt es, für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung medizinisch und pflegerisch rund um die Uhr versorgt werden müssen, ein Ambiente zu schaffen, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen? Im Pflegewohnhaus Donaustadt gibt es ausschließlich lichtdurchflutete Ein- und Zweibettzimmer mit jeweils eigener Sanitäreinheit. Neben den Zimmern und Aufenthaltsräumen haben die Architekten bewusst Zonen des Übergangs geschaffen, die eine stufenweise Differenzierung zwischen öffentlich und privat erlauben.

Jedem Zimmer ist eine großzügige verglaste Loggia vorgelagert, die den Bewohnern das „Draußensein“ und damit das Genießen von Sonne und frischer Luft eröffnet. Auch hier spielt die Materialität eine bedeutende Rolle: Durch die Schichtung der teils beweglichen Holz-, Glas- und Textilelemente in den Loggienbereichen an den Fassaden lassen sich nicht nur diese Raumzonen individuell bespielen. Die Individualität führt zudem zu einer ablesbaren Veränderbarkeit der Fassaden von außen und verleiht dem klaren Baukörper einen wandelbaren und lebendigen Aspekt.
Ergänzt wird das Freiraumangebot durch Terrassen, vielfältig bepflanzte Gartenzonen mit abwechslungsreicher Möblierung und Durchwegung, die in den privaten Grünzonen den Leitgedanken einer Identitätstiftenden Architektur verräumlicht.

"Es war uns sehr wichtig, dass die Patienten – aber auch die Betreuer und Besucher – von der Qualität der Umgebung profitieren. Dabei haben wir auch berücksichtigt, wie unterschiedlich das Interesse der Menschen am Gemeinschaftsleben ist."

Delugan Meissl Associated Architects, Wien