Grohe Objektreportagen
Grohe Objekt Spezial 11
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1. THE WESTIN HAMBURG


Übernachten im meistbeachteten Konzerthaus Deutschlands: Das Westin im Ostflügel der Elbphilharmonie erweitert die Erlebnismöglichkeiten des von Herzog & de Meuron entworfenen Bauwerks durch luxuriöse Zimmer und Suiten, einen großen Spa-Bereich sowie eine Bar und ein Restaurant. Deckenhohe Fenster gewähren unverstellte Ausblicke auf die Stadt, den Hafen, Alster und Elbe. Das Konzept fürs Innendesign von Thassilo Bost ist mit Blick auf diese Umgebung und die Architektur bewusst zurückhaltend gestaltet.

Objekt I Elbphilharmonie Hamburg; Hotel The Westin Hamburg; Bauherrin I Freie und Hansestadt Hamburg; Architekten und Generalplaner I Arbeitsgemeinschaft Herzog & de Meuron, Basel; Höhler + Partner, Hamburg; Innendesign Hotel I bost group berlin; Kosten Gebäude I 865,65 Mio. € (davon: 57,5 Mio. € Spenden); BRI Gebäude I ca. 485.600 m³; BGF Gebäude I ca. 120.000 m²; Höchster Punkt I 110 m; Eröffnung I 2017; GROHE-Produkte I Waschtischarmatur Lineare, Wannen- und Duschthermostat Grohtherm 3000 Cosmopolitan, Vorwandinstallation Rapid SL

Neues Wahrzeichen Hamburgs von Herzog & de Meuron – ein neuer Anziehungspunkt, auch zur Belebung des Quartiers HafenCity. In Kontrast zur ruhigen, plastisch einfachen und trutzigen Form des Speichers erhebt sich der Aufbau mit Glasfassade in weiten Schwüngen, in der Formgebung orientiert an Wellen-Motiven und Schifffahrt.

Seit sich mit der Eröffnung die volle Wirkung der Elbphilharmonie entfalten darf, sind die Spannungen aus Planungsund Bauzeit wie vergessen. Der Begeisterung über das neue Wahrzeichen Hamburgs darf freier Lauf gelassen werden. Die Elbphilharmonie empfängt ihre Besucher offen auf der Plaza und bietet mit den Konzertsälen, einem Hotel und luxuriösen Eigentumswohnungen eine gelungene Mischung für die Quartiersentwicklung der HafenCity – eine Bürgerorientierung, an der es viele andere Neubauten dort missen lassen.

Zielsetzung der Architekten Herzog & de Meuron war es, mit der Philharmonie einen ganzen Wohn- und Kulturkomplex zu schaffen, der Musikliebhaber, Touristen und Geschäftsleute gleichermaßen anzieht. Dafür gestalteten sie ein Bauwerk mit einer großen Konzerthalle als Herzstück und einem kleinen Kammermusiksaal, die beide von einem Hotel umgeben werden; dazu kommen Restaurants, Wellness- und Konferenzräume sowie Luxuswohnungen.

Querschnitt der Elbphilharmonie, in dem die Anlage als Wohn- und Kulturkomplex sichtbar wird. Die langgezogene Rolltreppe führt zur Plaza, einem öffentlichen Raum mit einem umlaufenden Panoramaweg, der jedem offensteht. Gut zu erkennen ist die Raumkonzeption des großen Saals mit dem Orchester in der Mitte, das mehr an Stadien erinnert als an klassische Philharmonie-Gebäude.

In Kontrast zur ruhigen, plastisch einfachen und trutzigen Form des Speichers erhebt sich der Aufbau mit Glasfassade in weiten Schwüngen, Motive des Wassers und der Schifffahrt aufgreifend. Herzog & de Meuron gestalteten den „riesigen Kristall“ als neuen vertikalen Akzent der Stadt, als weithin sichtbare Landmarke. Eine stolze Idee, die sich gegen alle Widrigkeiten erhalten und erfüllt hat.

Zusätzliches Mittel für das Erlebnis Elbphilharmonie ist die Integration eines Hotels im Gebäude, weltweit eine einzigartige Kombination. Zwei Monate vor der Eröffnung startete bereits der Betrieb im Hotel The Westin – Teil der Westin Hotel & Resorts, der Wellbeing-Marke des Hotelkonzerns Marriot International, Inc. Pächter ist die Arabella Hospitality SE. Das Westin Hamburg erstreckt sich im Ostteil des Gebäudes von der 6. bis zur 20. Etage.

Der Zugang ist direkt vom Platz der Deutschen Einheit möglich oder die Gäste fahren wie die anderen Besucher mit der „Tube“ ins Gebäude – einer Rolltreppe, die durch einen Tunnel aus Licht und Farben führt und sie auf die Plaza bringt, die den Backsteinsockel des früheren Speichers mit der neuen modernen Glaskonstruktion verbindet. Auf 37 Metern Höhe ist die Plaza der zentrale Treffpunkt in der Elbphilharmonie; man gelangt von hier sowohl in die Hotellobby als auch in die Konzertsäle. 40 Meter über der Elbe bietet das Westin 205 luxuriöse Zimmer und 39 Suiten auf den Etagen 9 bis 20 – 33 davon sind zum Innenhof ausgerichtet. Das Restaurant „The Saffron“ im 7. Stock, im historischen Kaispeicher, bietet Platz für 170 Gäste. Die Hotelbar „The Bridge“ befi ndet sich auf der Ebene der Plaza und schlägt eine Brücke zwischen dem historischen Kaispeicher und dem modernen Glaskörper der Elbphilharmonie. Dazu kommt der Spa- und Fitnessbereich auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern.

Panorama-Suite im Westin Hamburg: Deckenhohe Fenster machen das Erlebnis der Umgebung zur Hauptattraktion des Hotels. 205 luxuriöse Zimmer und 39 Suiten verteilen sich auf den Etagen 9 bis 20. Für die Fassade wurden 1.100 refl ektierende Glaselemente, zum Teil mit Wölbung, verbaut.

Deckenhohe Fenster machen das Erlebnis der Umgebung zur Hauptattraktion des Hotels. Die Fassade aus 1.100 refl ektierenden Glaselementen wurde mit immensem Aufwand produziert. Viele der Elemente wurden bei 600° C auf den Millimeter exakt gebogen und mit kleinen basaltgrauen und refl ektierenden Punkten bedruckt, damit sich das Gebäude durch Sonneneinstrahlung nicht zu sehr aufheizt. Gleichzeitig entstehen dadurch besondere Spiegelungseffekte. Die Art der Wölbung orientiert sich an der Nutzung der Gebäudebereiche. So verfügen Hotel und Foyer über kiemenförmige Luken, während hufeisenförmige Ausschnitte, die an riesige Stimmgabeln erinnern, die Balkone der Wohnungen in der Westspitze bilden.

Um die Fassade, die Lage am Wasser und den Ausblick generell wirken zu lassen, wurde das Innendesign des Hotels von den Berliner Innenarchitekten der Bost Group bewusst puristisch gehalten. Nichts soll von der Szenerie ablenken. Inspiration lieferte die besondere Lage des Baukörpers: Das grundsätzliche Design- und Farbkonzept wurde mit den Themen Sand, Wasser und Luft entwickelt.

Der verantwortliche Designer Tassilo Bost kombinierte eine geradlinige Formensprache mit dem Motiv der Welle, das sich sowohl vom Ort als auch von der Fassadengestaltung ableitet. Auch viele Elemente der Inneneinrichtung wurden nach diesem Konzept speziell entworfen: Das Zitat der Welle fi ndet sich zum Beispiel an Möbeln, Wandgestaltungen sowie am Leuchten- und Teppichdesign wieder. Die Badezimmer wurden individuell geplant und maßgefertigt in Kooperation mit der Tür- und Detailplanung über Tassilo Bost. Mit Glasscheiben als Abtrennung bleibt der Ausblick von der Dusche und Badewanne aus erlebbar.

Auch vom Bad aus ist das Panorama der Hotelzimmer erlebbar. Um nicht vom spektakulären Ausblick abzulenken, wurde das Innendesign ruhig, puristisch und in natürlichen Farbtönen gestaltet, die an Luft, Wasser und Sand orientiert sind. Inspiriert durch die Lage am Wasser, kombinierte Innendesigner Tassilo Bost fließende und geradlinige Formensprache.

 

 

2. HOTEL AM STEINPLATZ, BERLIN

Die Berliner Architektin Claudia Dressler erweckte das legendäre Hotel am Steinplatz in Berlin-Charlottenburg zu neuem Leben. Das von August Endell entworfene Jugendstilgebäude blickt auf eine bewegte Vergangenheit , die eng mit der Geschichte der ehemaligen Eigentümerfamilie Zellermayer verwoben ist.

Objekt I Hotel am Steinplatz, Berlin; Bauherr I DG Steinplatz Hotelgesellschaft mbH; Betreiber I Marriott; Autograph Collection; Architekt I morgen Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin; Generalplaner I DSH GmbH, Berlin; Projektleiterin I Claudia Dressler; Innenarchitekt I bost group, Berlin; Baujahr I 1907/08; Rekonstruktion I 2010–2013; GROHE-Produkte I Waschtischarmatur Eurocube, Thermostat Grohtherm 3000 Cosmopolitan, Vorwandinstallation Rapid SL, Abdeckplatten Skate Cosmopolitan, Wannenarmatur Allure

Das kleine 5-Sterne-Boutique-Hotel im Art-déco-Stil der 20er-Jahre ist seit 2013 wieder zu einem exklusiven Anziehungspunkt des Viertels geworden. Gäste des Hotels und der gehobenen Gastronomie schätzen die gemütliche, gleichsam private Atmosphäre. Nachdem die Anwohner aus dem Kiez Charlottenburg jahrelang dem Verfall des Jugendstilgebäudes zusehen mussten, werten die
behutsame Sanierung der vorhandenen Bausubstanz und die denkmalgerechte Gestaltung des Neubaus den zuvor vernachlässigt wirkenden Standort am Steinplatz stark auf.
Architekt August Endell entwarf das Jugendstilgebäude im Jahre 1907/08 als Wohnhaus. Neben den Hackeschen Höfen ist es eines seiner letzten erhaltenen großen Werke in Berlin. Endells Formensprache des Jugendstils ist unverwechselbar und besticht vor allem durch die organischgeometrischen Ornamente und Stuckdekors mit Motiven aus der Unterwasserwelt, Farnen und Moosen an der Fassade.

1913 wandelte der damalige Eigentümer Max Zellermayer das ebäude in ein Hotel um und machte es bis in die 70er-Jahre zu einem exklusiven Treffpunkt für Künstler und Gelehrte. Seit 1971 ist der Gebäudekomplex als Einzeldenkmal und als Bestandteil des Denkmal-Ensembles am Steinplatz in der Denkmalliste des Landes Berlin erfasst. In den 70er-Jahren wurde es zum Seniorenheim umgebaut, bis ins Jahr 2000 als solches genutzt und dann dem Verfall preisgegeben.

Die historischen Fassadenfarben wurden analysiert und ein Farbkonzept für die Rekonstruktion im Zusammenspiel mit den Neubau-Elementen entwickelt.

Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und durch Umbaumaßnahmen in der Vergangenheit war das Gebäude komplett entkernt, sodass nur noch die tragenden Mauern und die Fassade erhalten blieben. „Wir haben wenig vorgefunden, das Gebäude war im Prinzip ein hohler Vogel“, beschreibt die Architektin Claudia Dressler ihren ersten Eindruck. In ihren Augen ist Endell mehr Künstler als Architekt. Die Architektin beschäftigte sich intensiv mit Endells Formensprache, indem sie Bücher studierte und mit Kunsthistorikern zusammenarbeitete. Sie griff die vorhandenen Elemente,
wie die Fassade und die Fragmente der Stuckdecke, bei der Gestaltung des Gebäudes auf, interpretierte sie aber neu. Ein Konzept, das sowohl dem historischen Gebäude als auch seiner kulturellen Bedeutung gerecht wird.
Als Inspiration dienten der Architektin auch die Erinnerungen der Tochter des ehemaligen Hoteliers, Ilse Eliza Zellermayer. „Frau Zellermayer hat sich sehr gefreut, dass das Gebäude saniert wurde. Es ist die Erfüllung ihres Lebenstraums“, schwärmt Claudia Dressler.

Die Böden in den öffentlichen Bereichen bestehen aus Granit und Marmor. Mit Ornamenten und Motiven aus Flora und Fauna hat die Architektin Claudia Dressler auf die Formensprache Endells zurückgegriffen.

Im Rahmen der Sanierung wurden die Fundamente statisch ertüchtigt und der Keller mit einer wasserundurchlässigen Sohle versehen. Unter dem begrünten Innenhof entstand eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Das ursprüngliche  Holzdach wurde oberhalb des letzten Vollgeschosses in der vierten Etage komplett abgetragen und das Gebäude um ein sechstes Stockwerk erweitert. Das neue Dach ist mit Stahlrahmen ausgesteift und beherbergt den Spa und Fitnessbereich, der sich inklusive zweier Spa-Suiten mit Zugang zum Wellnessbereich bis auf den fünften Stock erstreckt. Neben Fundamenten und Dach ließ die Architektin auch die Holzbalkendecken statisch ertüchtigen und teilweise ersetzen. Die Decken zwischen Unter- und Erdgeschoss sowie über dem vierten und fünften Stock sind heute als Stahlbetondecken ausgeführt. „Zwar greift die EnEV nicht im Denkmalschutz, aber alle neuen Bauteile erfüllen die aktuellen Wärmeschutzvorgaben“, erläutert die Architektin. Beispielsweise wurden die alten Holzfenster den heutigen Anforderungen an Wärmeschutz und Hygiene nicht gerecht. Daher ließ Claudia Dressler die Fenster originalgetreu nachbauen.

Die Bar aus hinterleuchtetem Onyx und das Restaurant mit der teilweise offenen Küche werden auch von den Anwohnern aus dem Kiez Charlottenburg gern besucht.

Für den Innenausbau wurde der Hotelspezialist und Interior Designer Tassilo Bost beauftragt. Er gestaltete die öffentlichen Zonen, den Spa-Bereich, die 84 Hotelzimmer und zwei Suiten. Die Herausforderung bestand darin, die Ansprüche eines modernen Hotels in einen Grundriss zu integrieren, der ursprünglich für den Wohnungsbau vorgesehen war. Durch die hohen Decken, teilweise mit originalen Stuckelementen versehen, und die hochwertige Ausstattung erinnern die Hotelzimmer optisch an den gehobenen Wohnungsbau. Kein Zimmer gleicht nun dem anderen.

Tassilo Bost gestaltete die Zimmer in hellen Naturtönen in Kontrast zu dunklen Elementen in Braun, Schwarz und Chrom. Die Bäder sind in Schwarz-Weiß gehalten, mit ebenerdigen Duschen oder Badewannen und viel schwarzem Marmor ausgestattet.

 

 

3. INTERCONTINENTAL, DAVOS

Mit seiner ovalen Form und einer golden schimmernden Metallfassade, die fast zu fließen scheint, ist das Hauptgebäude des Hotels InterContinental Davos zu einem Wahrzeichen des Kur- und Kongressortes in den Graubündner Alpen geworden, dem der Volksmund den Namen „Goldenes Ei“ verliehen hat. Jedes Fassadenelement wurde individuell berechnet und gefertigt, um ein geschmeidiges Erscheinungsbild zu schaffen. Von diesem futuristischen Außenbild setzt sich die ruhige, alpin inspirierte Gestaltung der Innenbereiche gezielt ab.

Objekt I New InterContinental Davos Hotel; Bauherr I Ein Immobilienfonds der Credit Suisse AG; Architekten und Generalplaner I OIKIOS GmbH, München; ARGE Baulink AG/Toneatti (Davos); Projektleitung I Stefan Friedl; Fassade I seele, Plzeň/Tschechische Republik; Lichtdesign I licht01, Hamburg; Innenarchitektur I Living Design AB, Stocksund; cm-Design, Hamburg; OIKIOS GmbH, München; Kosten I CHF 172,5 Mio.; Mietfläche I 22.854 m²; Eröffnung I 2013; GROHE-Produkte I Waschtisch-, Wannen- und Brausearmaturen Allure

Die schimmernde Fassadenverkleidung des 42 Meter hohen Luxushotels in Davos besteht aus wellenförmigen Modulen aus Stahl, die um die zehn Stockwerke der Struktur installiert wurden. Verdeckte Anschlüsse in Edelstahl und ein aufwändiges Beschichtungssystem mit einer speziell entwickelten Nassbeschichtung sorgen für das glatte Erscheinungsbild.

Mit der luxuriösen Ausstattung zielt das Hotel auf Feriengäste wie auch Geschäftsleute sowie Teilnehmer am World Economic Forum und an weiteren Kongressen. 216 Hotelzimmer und Suiten, ein 1.200 Quadratmeter großer Spa-Bereich sowie drei Restaurants und zwei Bars garantieren einen 5-Sterne-Luxus. Kombiniert wurde der prägnante Bau mit einem vorgelagerten Gebäude, in dem 38 Eigentumswohnungen untergebracht sind.
Das Charakteristikum des „InterConti“ ist die futuristische Fassade, die in Kombination mit der Form den ikonischen Status des Gebäudes geschaffen hat. Die metallisch schimmernde Fassadenverkleidung wandelt sich je nach Lichtverhältnissen und Blickwinkel. Um das edle Erscheinungsbild dauerhaft zu wahren, wurde eine brillante, farbbeständige Nasslackbeschichtung aufgetragen. Das endgültige Erscheinungsbild ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit von vier Spezialisten über fünf Jahre hinweg.

Oliver Hofmeister von den Münchner Architekten OIKIOS erarbeitete die zugrunde liegende Idee der Außenform vor Ort. Inspiration lieferten zum einen die friedvolle Umgebung sowie ein Tannenzapfen mit seinen glatten Schuppen aus dem nahe gelegenen Wald. So gelangte das Gebäude zu seiner geschwungenen ovalen Form.

Das Innere des Hotels ist ein Spiegelbild der Umgebung und erzählt die Geschichte eines Spaziergangs in Davos. Es trägt bei zur ‘Swissness’ des Gebäudes und lässt die Spuren der natürlichen Elemente ringsherum erkennen.

Für die Entwicklung der Fassadenelemente gelang es Hofmeister, erstklassige Partner zu gewinnen. Darunter Arnold Walz von designtoproduction, verantwortlich für die komplexe digitale Modellierung der Fassadenflächen und die Parametrisierung der Fassadengeometrie, sowie Viktor Wilhelm von Wilhelm + Partner und der Fassadenspezialist seele. In enger Zusammenarbeit entwickelte und baute dieses Team die innovative Fassade mit dreidimensionalen, geschwungenen Brüstungselementen. Die von seele vorgeschlagene Stahlkonstruktion ermöglichte es, die beabsichtigte Geometrie mit großer Präzision und den verlangten glatten Flächen zu realisieren. Jedes Fassadenelement wurde individuell berechnet und gefertigt.
In der Innenarchitektur wurde dagegen nicht auf Kontrast, sondern auf die Nähe zur Bergwelt in Graubünden gesetzt. Leitlinie fürs gesamte Interior Design war die Vorstellung eines Spaziergangs durch die Berge. Helles und dunkles Holz sowie Naturstein gehören zu den Hauptmaterialien im gesamten Gebäude. Durch ein entsprechend abgestimmtes Lichtdesign wurde die gewünschte Atmosphäre in allen Räumen akzentuiert und erlebbar gemacht.

In Kontrast zur futuristischen Anmutung der metallischen Fassade lehnt sich die Gestaltung der Innenräume an die Farben, Materialien und Motive der alpinen Natur an. Holz und Stein sind die Hauptelemente. Als führender Innenarchitekt verantwortlich war Tarek Hegazy von Living Design in Stocksund, Schweden.

 

 

4. HOTEL BARCELÓ MILAN, MAILAND

Weder Business-Hotel noch Super-Design-Hotel: Ziel des Neubaus in Mailand war nichts weniger, als die Kriterien und Standards von Business-Hotels auf den Prüfstand zu stellen und zu erneuern. Dafür haben Architekt Giancarlo Marzorati und Innenarchitekt Simone Micheli ein farbenprächtiges, ideenreiches Gebäude mit einzigartiger Atmosphäre geschaffen.

Objekt I Barceló Milan; Bauherr I Barceló Hotels & Resorts; Architekt I Studio Marzorati Architettura, Sesto San Giovanni, Italien; Innenarchitekt I Simone Micheli, Florenz, Italien; Projektkoordination, Designentwicklung und Artdirection I Enrico Favero; BGF I 15.000 m²; Eröffnung I 2012; GROHE-Produkte I Vorwandinstallation Rapid SL

Die Lobby wurde als hybrider Raum konzipiert, in dem nicht nur die Rezeption Platz findet, sondern auch Möglichkeiten zum Shoppen, Entspannen und Spielen. Skulpturale Sessel mit grünem Polster, einige mit überhohen Rückenlehnen, sprenkeln die Halle und schaffen entspannende Ruheinseln. Makro-Kronleuchter in einer futuristischen Planetenmechanik mit weißen und grünen Kugeln in verschiedenen Höhen füllen das Raumvolumen. Die gezielte Beleuchtung hebt die Elemente hervor und leitet die Gäste auf den zu verfolgenden Wegen.

Das Hotel Barceló Milan befindet sich auf der Via Stephenson, in der Nähe der Messegeländes und der Expo 2015. Der Hotel-Turm von 93,89 Metern Höhe steht auf einer kreisförmigen Plattform von 44 Metern Durchmesser und ist Teil eines größeren Komplexes mit Büros des Porsche-Hauptquartiers, Parkplätzen, einem Fußgängerplatz und Landschaftsgärten – als Ganzes geplant durch das Studio Marzorati.
Auf den 21 Etagen des Hotels sind die Rezeption sowie Kongressräume und 280 Zimmer bzw. Suiten untergebracht, die von einem Dachgarten gekrönt werden. Auf drei unterirdischen Etagen finden sich Parkplätze und technische Dienstleistungen. Dazu kommen ein Spa, ein Fitnessstudio, zwei Restaurants und Konferenzräume.
Leitlinie bei Planung und Gestaltung war es, entgegen den altmodischen und stereotypen Definitionen von Business-Hotels einen synästhetischen Ort der Wunder, der Kultur, Natur und Urbanität zu schaffen. Mit dem italienischen Innenarchitekten und Designer Simone Micheli wurde dafür einer der renommiertesten Interior Designer Italiens gewonnen. Er kreierte eine Architektur im Gebäude, die über die Barriere der bekannten Realität hinausschauen soll. Das Barceló Milan wurde damit zum klarsten Beispiel für Michelis innovativen Ansatz, wie durch den Einsatz von farbenfrohem Design in avantgardistischen Formen Ergonomie und Multifunktionalität eine einzigartige ästhetische Wirkung erzeugen können.

Das Barceló Hotel umfasst 280 Zimmer, sechs Konferenzräume, ein Wellness-Zentrum mit Fitnessraum sowie zwei Restaurants. Das eine davon, das Restaurant „Betulle“, beschwört die Wirkung eines frühlingshaften Waldes herauf.

 

 

5. YARD BOARDING HOTEL, WOLFSBURG

Seit 1846 ist das Rittergut Nordsteimke am Rande von Wolfsburg in Besitz der Familie der Grafen von der Schulenburg. Um die unter Denkmalschutz stehenden Stall- und Wirtschaftsgebäude des Ensembles vor dem Verfall zu retten, entwickelten die Hannoveraner Architektinnen des Büros KEFERSTEIN+SABLJO BDA gemeinsam mit dem Bauherrn umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen für ein neues Nutzungskonzept als Boarding Hotel. Zielsetzung war es, den ursprünglichen Charakter möglichst zu erhalten und wieder erlebbar zu machen. In den drei Gebäuden des Hotels fi nden sich nun 42 Wohneinheiten, eine Hofküche, der Empfang mit Lobby und ein Fitnessbereich. Ein Gespräch mit Irina Kresic und Tatjana Sabljo.

Objekt I Yard Boarding Hotel KG; Bauherr I Günther Graf von der Schulenburg; Architekten und Innenarchitekten I KEFERSTEIN+SABLJO Architekten BDA Partnerschaft mbB, Hannover; Landschaftsarchitekten I plateau landschaftsarchitekten, Hannover; Auszeichnung I Preis für Denkmalpfl ege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung; Nutzfläche I 2.500 m² (Häuser 1–3 mit Terrassen); Planungsbeginn I 2014; Baubeginn I 2015; Fertigstellung I 2016 (Erw. auf 49 Wohneinheiten in Vorbereitung); GROHE-Produkte I Waschtischarmatur Eurosmart C, Brausegarnitur Euphoria

Das Haupthaus des Yard Boarding Hotels befi ndet sich im einstigen Pferdestall des Ritterguts Nordsteimke. Dank der massiven Qualität des Tragwerks konnten die Architektinnen den ursprünglichen Charakter erhalten und wieder erlebbar machen. Über die Gebäude hinaus umfasste der Denkmalschutz auch die Außenflächen. Die Gestaltung der Gärten fand in enger Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin und dem Amt für Denkmalschutz statt, um so die historisch gewachsene Struktur wieder herauszuarbeiten.

1 Haus 1 - Haupthaus
2 Haus 2 - Remise
3 Haus 3 - Alte Reihe
4 Haus 4 - Neue Reihe
(Baubeginn ab 08/17)

 

 

6. HOTEL FREGEHAUS, LEIPZIG

Im Zuge der Wiederbelebung des barocken Kaufmannshauses wurde von der Architektin Sabine Fuchshuber in den Hofflügeln des historischen Fregehauses ein Boutique-Hotel entwickelt, dessen Gastgeberin sie selbst ist. Grundsatz bei Umbau und Renovierung war der größtmögliche Erhalt originaler Stilelemente, um die Authentizität des Hauses zu bewahren. Der wesentliche architektonische Eingriff bestand in der Neukonzeption der gesamten Erschließung mit dem Ziel, möglichst viele Zimmer auf den Innenhof auszurichten.

Objekt I Hotel Fregehaus; Bauherr I Fregehaus GbR; Architekten und Generalplaner I FUCHSHUBER ARCHITEKTEN GMBH; Projektleitung I Sabine Fuchshuber, Ina Mittelsdorf; BGF I ca. 1.000 m²; NF I ca. 721 m²; Planungsbeginn I 2012; Baubeginn I 2013; Fertigstellung I 2014; GROHE-Produkte I Waschtischarmatur Eurosmart C, Abdeckplatte Nova, UP-Dusche Essence, Vorwandinstallation Rapid SL

Die Fassade des Fregehauses in der Leipziger Innenstadt; rückseitig umschließt das zweiflügelige Gebäude einen barocken Innenhof. Neben dem Hotel Fregehaus befinden sich auch das Architekturbüro Fuchshuber, ein Antikhandel, ein Floristikladen und ein Bierkontor im Gebäude.

Grundriss 2. OG