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Fotos Objekt: Werner Huthmacher, Berlin

Hotel am Steinplatz Berlin

Die Berliner Architektin Claudia Dressler erweckte das legendäre Hotel am Steinplatz in Berlin-Charlottenburg zu neuem Leben. Das von August Endell entworfene Jugendstilgebäude blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die eng mit der Geschichte der ehemaligen Eigentümerfamilie Zellermayer verwoben ist.

Claudia Dressler Architektin Berlin DSH GmbH
Claudia Dressler

Claudia Dressler wurde 1978 in Berlin geboren. Nach dem Architekturstudium an der TU Berlin absolvierte sie im Jahr 2005 ihren Post Graduate Master in European Urban Studies am Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) in Barcelona. Im selben Jahr gründete sie das Büro morgen Gesellschaft von Architekten mit dem Schwerpunkt im Bereich Hotellerie, Wohnungs- und Geschäftsbauten. Seit 2013 ist Claudia Dressler Geschäftsführerin der DSH GmbH, eines Generalunternehmens im Hotel-Innenausbau.

Mein Ziel war es, zu transformieren und nicht Endell zu kopieren. Das Gebäude sollte wieder den Geist seiner Arbeit verkörpern.

Claudia Dressler, Architektin, morgen Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Das kleine 5-Sterne-Boutique-Hotel im Art-déco-Stil der 20er-Jahre ist seit 2013 wieder zu einem exklusiven Anziehungspunkt des Viertels geworden. Gäste des Hotels und der gehobenen Gastronomie schätzen die gemütliche, gleichsam private Atmosphäre. Nachdem die Anwohner aus dem Kiez Charlottenburg jahrelang dem Verfall des Jugendstilgebäudes zusehen mussten, werten die behutsame Sanierung der vorhandenen Bausubstanz und die denkmalgerechte Gestaltung des Neubaus den zuvor vernachlässigt wirkenden Standort am Steinplatz stark auf. Architekt August Endell entwarf das Jugendstilgebäude im Jahre 1907/08 als Wohnhaus. Neben den Hackeschen Höfen ist es eines seiner letzten erhaltenen großen Werke in Berlin. Endells Formensprache des Jugendstils ist unverwechselbar und besticht vor allem durch die organischgeometrischen Ornamente und Stuckdekors mit Motiven aus der Unterwasserwelt, Farnen und Moosen an der Fassade. 1913 wandelte der damalige Eigentümer Max Zellermayer das Gebäude in ein Hotel um und machte es bis in die 70er-Jahre zu einem exklusiven Treffpunkt für Künstler und Gelehrte. Seit 1971 ist der Gebäudekomplex als Einzeldenkmal und als Bestandteil des Denkmal-Ensembles am Steinplatz in der Denkmalliste des Landes Berlin erfasst. In den 70er-Jahren wurde es zum Seniorenheim umgebaut, bis ins Jahr 2000 als solches genutzt und dann dem Verfall preisgegeben. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und durch Umbaumaßnahmen in der Vergangenheit war das Gebäude komplett entkernt, sodass nur noch die tragenden Mauern und die Fassade erhalten blieben. „Wir haben wenig vorgefunden, das Gebäude war im Prinzip ein hohler Vogel“, beschreibt die Architektin Claudia Dressler ihren ersten Eindruck. In ihren Augen ist Endell mehr Künstler als Architekt. Die Architektin beschäftigte sich intensiv mit Endells Formensprache,
indem sie Bücher studierte und mit Kunsthistorikern zusammenarbeitete. Sie griff die vorhandenen Elemente, wie die Fassade und die Fragmente der Stuckdecke, bei der Gestaltung des Gebäudes auf, interpretierte sie aber neu. Ein Konzept, das sowohl dem historischen Gebäude als auch seiner kulturellen Bedeutung gerecht wird. Als Inspiration dienten der Architektin auch die Erinnerungen der Tochter des ehemaligen Hoteliers, Ilse Eliza Zellermayer. „Frau Zellermayer hat sich sehr gefreut, dass das Gebäude saniert wurde. Es ist die Erfüllung ihres Lebenstraums“, schwärmt Claudia Dressler.

Hotel am Steinplatz Berlin Architektin Claudia Dressler Innenarchitekt Tassilo Bost 20er Jahre Foto Werner Huthmacher
Die Bar: Tassilo Bost war es wichtig, den Geist der 20er- und 30er-Jahre wieder zurückzubringen.

Im Rahmen der Sanierung wurden die Fundamente statisch ertüchtigt und der Keller mit einer wasserundurchlässigen Sohle versehen. Unter dem begrünten Innenhof entstand eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Das ursprüngliche Holzdach wurde oberhalb des letzten Vollgeschosses in der vierten Etage komplett abgetragen und das Gebäude um ein sechstes Stockwerk erweitert. Das neue Dach ist mit Stahlrahmen ausgesteift und beherbergt den Spaund Fitnessbereich, der sich inklusive zweier Spa-Suiten mit Zugang zum Well ness bereich bis auf den fünften Stock erstreckt. Neben Fundamenten und Dach ließ die Architektin auch die Holzbalkendecken statisch ertüchtigen und teilweise ersetzen. Die Decken zwischen Unter- und Erdgeschoss sowie über dem vierten und fünften Stock sind heute als Stahlbetondecken ausgeführt. „Zwar greift die EnEV nicht im Denkmalschutz, aber alle neuen Bauteile erfüllen die aktuellen Wärmeschutzvorgaben“, erläutert die Architektin. Beispielsweise wurden die alten Holzfenster den heutigen Anforderungen an Wärmeschutz und Hygiene nicht gerecht. Daher ließ Claudia Dressler die Fenster originalgetreu nachbauen.

Für den Innenausbau wurde der Hotelspezialist und Interior Designer Tassilo Bost beauftragt. Er gestaltete die öffentlichen Zonen, den Spa-Bereich, die 84 Hotelzimmer und zwei Suiten. Die Herausforderung bestand darin, die Ansprüche eines modernen Hotels in einen Grundriss zu integrieren, der ursprünglich für den Wohnungsbau vorgesehen war. Durch die hohen Decken, teilweise mit originalen Stuckelementen versehen, und die hochwertige Ausstattung erinnern die Hotelzimmer optisch an den gehobenen Wohnungsbau. Kein Zimmer gleicht nun dem anderen.

Die größte Herausforderung war, historische Elemente in den Komfortanspruch der modernen Luxushotellerie zu integrieren.

Claudia Dressler

Objektdaten

  • Objekt Hotel am Steinplatz, Berlin
  • Bauherr DG Steinplatz Hotelgesellschaft mbH
  • Betreiber Marriott; Autograph Collection
  • Architekt morgen Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
  • Generalplaner DSH GmbH, Berlin
  • Projektleiterin Claudia Dressler
  • Innenarchitekt bost group, Berlin
  • Baujahr 1907/08
  • Rekonstruktion 2010–2013

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