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Fotos Objekt: HGEsch Photography

Deutsches Fußballmuseum Dortmund

Ende Oktober 2015 wurde der Neubau für das Deutsche Fußballmuseum offiziell eröffnet. Vier Jahre nach dem Gewinn des europaweit ausgelobten Wettbewerbs gibt der von HPP Architekten errichtete Museumsbau der 140-jährigen deutschen Fußballgeschichte eine neue und dauerhafte Heimat. Entstanden ist ein Neubau für das Deutsche Fußballmuseum, das für Dynamik und Emotion steht, ein transparentes Haus, das sich öffnet und einlädt, das begeistern und verbinden soll.

Gerhard G. Feldmeyer HPP Architekten Portrait Christian Steinmetz
Architekt Gerhard G. Feldmeyer ist der für das Fußballmuseum verantwortliche HPP-Partner und geschäftsführende Gesellschafter von HPP Architekten

HPP ist eine der erfolgreichsten Architektenpartnerschaften Deutschlands. Mehr als 80 Jahre nach der Gründung durch Helmut Hentrich wird das Büro heute von der vierten Architektengeneration geführt. Als Muttergesellschaft der HPP Gruppe arbeitet die HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG mit zirka 360 Mitarbeitern in allen Bereichen der Stadtplanung, Architektur und Innenarchitektur. Das Leistungsspektrum des Büros reicht gegenwärtig von den Bereichen Büro- und Verwaltung, Einzelhandel, Sport über Wohnungsbau und Gesundheit bis hin zu Hotel und Freizeit sowie Verkehr. International sind es städtebauliche Planungen ganzer Quartiere sowie multifunktionaler Komplexe.

Deutsches Fußballmuseum Dortmund HPP Architekten Foto HGEsch Photography
Die gestanzte Leichtmetallfassade prägt den Entwurf.

Interview mit Architekt Gerhard G. Feldmeyer

Herr Feldmeyer, Sie haben in 2011 den damals ausgeschriebenen Architektur-Wettbewerb zum Deutschen Fußballmuseum für sich entscheiden können. Was war das Besondere des Entwurfs?

Uns war es besonders wichtig, den Stadtraum im Gebäude ebenerdig und schwellenlos fortzusetzen, daher auch die öffnende Geste zum Platz mit dem großen Foyer, dem aufgeständerten Baukörper und dem großflächig verglasten Erdgeschoss. Entwurfsprägend ist außerdem die Fassade. Ursprünglich hatten wir eine Medienfassade vorgeschlagen, die aus Kostengründen im späteren Planungsprozess analog interpretiert wurde. Die Stanzungen in der Leichtmetallfassade symbolisieren Pixel und verdichten sich zum Motiv des Fußballs. Der Fassadenzwischenraum wird durch Banner bespielt, die themenbezogen ausgetauscht werden können.

Die Formensprache steht für Bewegung und Dynamik, die Hülle für ein ‚sprechendes Gebäude‘.

Architekt Gerhard G. Feldmeyer

Wie stark hat der städtebaulich bedeutende Standort in Dortmund am Königswall, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, den Entwurf beeinflusst?

Die Lage ist prominent, die Nachbarn sowieso. Allerdings war der Platz am Königswall mehr Tor zur Innenstadt als Verweilort. Unser Entwurf trägt daher auch dazu bei, den südlichen Teil der Dortmunder Kunst- und Kulturmeile durch öffentliche Funktionen zu beleben und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Durch die Flankierung mit dem Neubau ist der Platz als solcher definiert und wird nicht länger nur überquert. Die architektonische Antwort ist natürlich die schon erwähnte Öffnung zum Platz und das Fortführen des öffentlichen Raumes ins Gebäude.

Was soll das Gebäude mit seiner Formensprache und Gebäudehülle als Botschaft vermitteln?

Die Formensprache steht für Bewegung und Dynamik, die Hülle für ein „sprechendes Gebäude“. Denn die Fassadenflächen werden digital und anlog bespielt: digital über den Screen an der Stirnseite und analog über die austauschbaren Banner im Fassadenzwischenraum der beiden Längsseiten. Damit ist die Botschaft variabel, der gestalterische Rahmen aber klar definiert. Städtebaulich geht es um die Unverwechselbarkeit, denn auf Grund der einmaligen Bauaufgabe ist das Gebäude eben auch kein klassischer Stadtbaustein!

Fußballspielen und Sport bedeuten Bewegung und Dynamik. Ein Museum, ein Gebäude dafür zu entwickeln ist eigentlich ein Widerspruch. Was ist die architektonische Antwort darauf?

Die Antwort ist nicht nur von architektonischer sondern auch von städtebaulicher Natur: Der Baukörper hat zunächst eine städtebauliche Verantwortung, der er gerecht werden muss. In einer ehemaligen Wall-Anlage zu bauen, bestärkte uns darin, den Baukörper aufzuständern und so den öffentlichen Raum im Inneren fortzusetzen. Die architektonische Antwort ist der keilförmig eingeschnittene Baukörper, die schlanke, lange Form, die Verdichtung der Felder in der Fassade, das Foyer und natürlich die ‚sprechende Fassade‘. Außerdem haben wir uns ganz bewusst für den Kontrast zur Umgebung entschieden. Schließlich ist das Thema Fußball nicht mit dem herkömmlichen Gestaltungsvokabular umzusetzen, der Kontrast ist also bewusst eingesetzt um der Einmaligkeit der Aufgabe gerecht zu werden.

Deutsches Fußballmuseum Dortmund HPP Architekten Laengsschnitt

Wie kann man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und TRIAD, die die Ausstellung gestaltet haben, vorstellen?

Das war eine enge und intensive Zusammenarbeit, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Schließlich wollten wir das Ausstellungskonzept architektonisch so umsetzen, dass Gebäude und Szenografie eine Einheit bilden. Dank der guten Zusammenarbeit und dem regen Austausch ist uns das gelungen!

In der Jurybegründung wurde besonders hervorgehoben, dass Baukörper und innere Struktur ein vielfältiges Raumerlebnis ermöglichen. Jetzt, nach Fertigstellung, wie erlebt das ein Besucher?

Da das Ausstellungskonzept zuerst da war, ist unser Entwurf eine inhaltliche Auseinandersetzung damit. Wie geplant ergänzen sich jetzt die Multifunktionalität im Erdgeschoss und die dramaturgische Umsetzung in den Obergeschossen zu einer spannenden Raumfolge: Über die lange Rolltreppe gelangt der Besucher in spannungsvolle Ausstellungsräume, kleine Schatzkammern und interaktive Erlebniswelten. Der Besucher erlebt insofern den musealen Idealfall: ein reizvolles Ineinandergreifen von Raum und Szenografie.

Neben der architektonischen Formulierung der Aufgabe geht es aber auch um Materialien, um Oberflächen, um Farbe, um Licht. Was hat Sie hier geleitet?

Wie schon erwähnt konnte aus Kostengründen die Fassade nicht wie ursprünglich gedacht als komplette Medienfassade umgesetzt werden. Trotz der Einschränkungen im Budget ist die Fassade Bedeutungsträger und prägt als analoge Übersetzung große Teile des Baukörpers. Der sonstige Oberflächenkanon ist durch vertraute Materialien aus dem Sportstättenbau beeinflusst: Wie zum Beispiel die Sichtbeton-Wände in der „Arena“. In Bezug auf das Lichtkonzept ist der Museumskörper in den Obergeschossen als Blackbox konzipiert und wird ausstellungsbedingt künstlich beleuchtet. Das Gegenteil ist in den Multifunktionsbereichen im Erdgeschoss der Fall, die vorrangig mit Tageslicht belichtet werden. Das gilt auch für die N11-Bar, die ein großes Fenster zur Stadt darstellt.

Deutsches Fußballmuseum Dortmund HPP Architekten Ausstellung Foto HGEsch Photography
Musealer Idealfall: Reizvolles Ineinandergreifen von Raum und Szenografie

Objektdaten

  • Objekt Deutsches Fußballmuseum, Dortmund
  • Bauherr DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH
  • Architekten HPP Architekten, Düsseldorf
  • Partner Gerhard G. Feldmeyer, Werner Sübai
  • Projektleiter Antonino Vultaggio
  • Ausstellungsgestaltung TRIAD Berlin Projektgesellschaft mbH
  • BGF 7.700 m²
  • Ausstellungsfläche 3.400 m²
  • Fertigstellung 2015

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