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Fotos Objekt: Werner Huthmacher, Berlin

Sport- und Mehrzweckhalle Rudolf-Steiner-Schule Berlin

Der Neubau der Sport- und Mehrzweckhalle an der Rudolf-Steiner-Schule Berlin in Dahlem hatte gleich mehrere Widersprüche aufzulösen: Innen musste die Planung verschiedenste Nutzungsanforderungen aus Sport, Konzerten, Events, Zirkusaufführungen oder Versammlungen der Schulgemeinschaft berücksichtigen. Und außen sollte sich das Gebäude perfekt in die Umgebung einfügen: Dichter Baumbestand und Bauten, die in unterschiedlichen Zeitabschnitten fertiggestellt wurden, charakterisieren das ansteigende Gelände. Auch die Mehrfachnutzung als Sporthalle und Versammlungsort machte das Projekt für Kersten + Kopp Architekten zu einer besonders interessanten Bauaufgabe.

Interview mit Kersten + Kopp Architekten BDA

Frau Kersten, Herr Kopp, worin sahen Sie die spezifische Herausforderung bei diesem Projekt?

Die Rudolf-Steiner-Schule, eine Waldorfschule, liegt in Berlin-Dahlem im Übergang zum Grunewald. Auf dem weitläufigen bewaldeten Grundstück sollte der Neubau der Sport- und Mehrzweckhalle zusammen mit drei Bestandsbauten (Sporthalle, Saalbau und Backsteinvilla) ein neues Ensemble um den zentralen „Grillplatz“ bilden. Für uns war es wichtig, den Charakter des Ortes mit der städtebaulichen Integration und der Einbettung des Gebäudes in den 3 m hohen Geländeversprung zu erhalten. Ebenso war die Mehrzwecknutzung für uns eine Herausforderung. Der Schulsport sollte mit dem Wunsch, einen großen Versammlungsort für die gesamte Schulgemeinschaft bei Konzerten zu schaffen, vereinbart werden.

Sport- und Mehrzweckhalle Rudolf-Steiner-Schule Berlin Kersten + Kopp Architekten BDA Foto Werner Huthmacher
Der Besuchereingang liegt auf dem oberen Niveau und führt unmittelbar auf die Tribüne

Wie schaffen Sie bei diesen unterschiedlichen Nutzergruppen einen übersichtlichen Zugang zum Objekt für Schüler und Besucher?

Zum einen haben wir den Emporeneingang von der Straße „Am Schülerheim“ aus. Besucher gelangen von hier auf Emporenniveau in die Halle und können unmittelbar ihre Plätze einnehmen. Die Schüler hingegen betreten den Bau vom „Grillplatz“ aus auf Hallenniveau und werden seitlich zu den Umkleiden geführt. Diese liegen nicht im sichtbaren Baukörper, sondern wurden in die Böschung integriert.
Sport- und Mehrzweckhalle Rudolf-Steiner-Schule Berlin Kersten + Kopp Architekten BDA Foto Werner Huthmacher
Der untere Eingang liegt am zentralen „Grillplatz“ und wird im Schulbetrieb genutzt

War der anthroposophische Gedanke, die Lehre Rudolf Steiners, ein Thema, wie zum Beispiel die Ablehnung des rechten Winkels?

Die Frage wird uns immer wieder gestellt. Wir versuchen, unsere Architektur aus den Funktionen zu entwickeln, den inneren Abläufen Raum zu geben und so im Ergebnis Formen zu schaffen. Diese Herangehensweise kann man auch organisches Entwerfen nennen. Insofern gibt es eine Parallele zu den Gedanken Rudolf Steiners. Bei der Sport- und Mehrzweckhalle gingen wir primär von der rechteckigen Spielfeldfläche aus. Um diese zieht sich auf drei Seiten die Zuschauerempore herum und treppt sich der Topographie folgend im Bereich der Chorempore zum Hallenniveau ab. Der Empore gaben wir an den Längsseiten mehr Volumen, um auch hier den Raum nutzen zu können. Dies führte zu der polygonalen Grundrissform der Halle. Das Tageslicht leiten wir hauptsächlich über Eckverglasung ein, die auf der Südseite die Höhe beider Geschosse und auf der Nordseite den Bereich oberhalb der Tribünen einnimmt. Da die Scheiben bis fast an den Spielfeldrand reichen, sind sie ballwurfsicher ausgelegt und bestehen im unteren Bereich aus Einscheibensicherheitsglas (VSG aus ESG). Die diagonalen Fensterleibungen basieren aber nicht auf den Steiner’schen Lehren, sondern auf der Anordnung der diagonalen Stützen, um stützenfrei das weit auskragende Dach zu ermöglichen.

Für einen Konzertraum strebt man eine Nachhallzeit von 1,5 – 2 Sekunden an. Diese stellt gleichzeitig eine befriedigende Bedämpfung für die Sportnutzung dar.

Kersten + Kopp Architekten BDA

Sie sollten eine Sporthalle bauen, die aber auch den akustischen Anforderungen eines Konzertsaales genügt. Ist das nicht ein Widerspruch?

Das dachten wir anfangs auch! Allerdings wurden wir von unseren Raumakustikern eines Besseren belehrt. Für einen Konzertraum strebt man eine Nachhallzeit von 1,5 – 2 Sekunden an. Diese stellt gleichzeitig eine befriedigende Bedämpfung für die Sportnutzung dar. Sie lässt sich trotz relativ harter Oberflächen, die eine Ballwurfsicherheit besitzen, ganz gut erreichen, da die Deckenkonstruktion der Halle „akustisch bedämpft“ ist. Zum Einsatz kamen gelochte Aluminiumbleche, auf denen eine entsprechende Mineralwollschicht liegt. Oberhalb des Bühnenbereiches befinden sich zudem Akustiksegel. Sie reflektieren den Schall auf die Zuhörer. Es sind ebenfalls mit Mineralwolle gefüllte Metallkassetten. Zur Erhöhung der Ballwurfsicherheit wurden sie nicht an Seilen, sondern an Stäben befestigt, um ein gewisses Maß an Druck- und Querkraftstabilität zu erreichen.

Wie haben Sie die topographische Zäsur des Grundstücks in der Gebäudeform und in den Materialien umgesetzt?

Das in den Hang geschobene sockelartige Untergeschoss haben wir in Sichtbeton ausgeführt und ihm eine raue Anmutung gegeben. Darauf sitzt die eigentliche Hallenkonstruktion als eine schützende „Haube“ aus Holz. Sie besitzt neun Gebäudeachsen in einem Abstand von 4,50 m. In ihrer Außenhaut befinden sich Leimholzstützen, welche die Binder, ebenfalls aus Leimholz, tragen. Das Dach hat ein geringes Gefälle, sein 1,20 m hoher Firstträger liegt parallel zur Spielfeldmittellinie. Die Dachträgerhöhe nimmt zur Traufe hin ab und variiert zwischen 0,80 – 1,20 m. Die Außenwände bestehen aus einer Holzrahmenbaukonstruktion, in welche die Leimholzstützen eingestellt sind. Innen ist die Konstruktion mit aussteifenden OSB-Tafeln verkleidet. Außen ist eine Fassade aus 60/22mm starken unbehandelten europäischen Lärchenholzlatten mit offenen Fugen auf einer Unterkonstruktion aufgebracht.

Was sprach hier für den Einsatz von Armaturen der Firma GROHE?

Wir benötigten für die Sanitäreinheiten Armaturen, die relativ robust und langlebig sind. Natürlich war die Auswahl der Armaturen auch Ergebnis einer Bemusterung mit dem Bauherrn. Die Rudolf-Steiner-Schule setzt bereits in den drei anderen Bauten GROHE-Armaturen erfolgreich ein. Insofern lag es auf der Hand, eine einheitliche Linie in der Detaillierung zu fahren.

Objektdaten

  • Objekt Sport- und Mehrzweckhalle der Rudolf-Steiner-Schule, Berlin-Dahlem
  • Bauherr Trägerverein der Rudolf-Steiner- Schule e.V.
  • Architekt Kersten + Kopp Architekten BDA, Berlin
  • BGF 1.240 m²
  • Fertigstellung 2015

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