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Foto: Stephan Huger, Wien

Darnautgasse 12 Wien

Als eine der lebenswertesten Städte der Welt schafft Wien etwas, das wenige andere Top-Metropolen bieten können: bezahlbaren Wohnraum – und dies mit hoher Lebensqualität, nachhaltigen Technologien und sozialer Ausgewogenheit. Die hohen Investitionen der Stadt in den Wohnbau führen allerdings auch eine starke Reglementierung mit sich. Das Architekturbüro Froetscher Lichtenwagner hat mit dem Wohnbau-Projekt Darnautgasse 12 gezeigt, wie sich in diesem eng gesteckten Feld trotzdem Gestaltungsfreiheiten finden lassen, die das soziale Miteinander noch unterstützen.

Foto: Larry Williams

Mit der Planung des Stadtteilzentrums Olympisches Dorf in Innsbruck (centrum.odorf) starteten die Architekten Christian Lichtenwagner und Willi Froetscher 2001 ihr gemeinsames Büro und konnten in der Folge noch einige andere Projekte, mit Schwerpunkt im Kulturbereich, realisieren: das Tanzquartier Wien sowie das Theaterhaus für junges Publikum „Dschungel Wien“. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Städtebau und Wohnbau. Hinzu kommen Lehrtätigkeiten an der TU Wien und an der Universität für angewandte Kunst. Für das Projekt centrum.odorf erhielt das Team insgesamt zehn Auszeichnungen und Anerkennungen, unter anderem den Österreichischen Baupreis und eine Anerkennung beim European Prize for Urban Public Space.

Darnautgasse 12, Wien, Froetscher Lichtenwagner, Foto Stephan Huger Wien Foto: Stephan Huger, Wien

Gestaltungsräume im sozialen Wohnungsbau

Auch in Wien ist es trotz der guten Förder-Politik nicht einfach, günstigen Wohnbau anzubieten. Steigende technische Anforderungen und eine hohe Nachfrage sorgen auch hier für Teuerung. Die Aufgabenstellungen der Auslobungen sind daher eng gesetzt – Raum für Innovation hat keine Priorität. Besonders die Grundrissplanung von Wohnungen lässt kaum Spielraum.

 

Freiraum schaffen

Im Wettbewerb „Gemeinschaftliches Wohnen Darnautgasse“ ging es für die Architekten von Froetscher Lichtenwagner daher stark um die Frage, wie dieser enge Spielraum in einemklassischen geförderten Wohnbau-Projekt mit 58 Wohneinheiten ausgedehnt werden könnte. Ausgehend von der räumlichen Schichtung des Bauplatzes aus öffentlichem Raum, Vorgarten, Gebäude und Innenhof entstand die Idee, diese Schichten mit einem nutzungsoffenen Raum zu durchdringen – einem „Möglichkeitsraum“, in dem die unterschiedlichen Bewohner und Gäste des Hauses zusammenkommen können. Dieser Raum bietet Platz für Werkstatt- und Atelierarbeiten, für Sport und Spiele und dient als Treffpunkt und Kommunikationsort. Dinge, für die im Wohnzimmer kein Platz ist.

Darnautgasse 12, Wien, Froetscher Lichtenwagner, Foto Horst Dockal Wien Foto: Horst Dockal, Wien

Der Möglichkeitsraum wurde nach dem Prinzip „Garage“ entwickelt. Nach außen wurde der Boden verlängert und eine Pergolakonstruktion angebracht. Die primitive Ausstattung im Stile „low cost/low tech“ lässt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zu und soll dazu animieren, den Raum in Besitz zu nehmen. Wie bei einer Garage lassen sich die Tore hochfahren und Aktivitäten auch nach außen verlagern. Damit der Möglichkeitsraum in der Darnautgasse eine feste Nutzungsstruktur und Auslastung erhält, moderierte eine Soziologin den einjährigen Prozess der Inbesitznahme durch die Bewohner.

Mit seinen zwei gläsernen Toren und der „low cost / low tech“-Anmutung erinnert der Möglichkeitsraum an eine Garage (und in Garagen wurden ja bekanntlich schon großartige Erfindungen gemacht und legendäre Bands gegründet …).

DI Christian Lichtenwagner, FROETSCHER LICHTENWAGNER Architekten, Wien

Darnautgasse 12, Wien, Grundriss farbig

„Wohnen in Gemeinschaft“

Das Generalthema des Bauträger-Wettbewerbs 2013 bedeutete konkret, dass neben den geförderten Wohnungen zwei sozialpädagogische Wohngemeinschaften für Kinder im Alter von 2 bis 18 Jahren sowie ein Eltern-Kind-Zentrum zu integrieren waren. Da bereits zwei große WG-Einrichtungen vorgegeben waren, wurde ein ganzer Gebäudeteil zum WG-Haus erklärt, in dem drei weitere freie Wohngemeinschaften eingeplant wurden. Alle verfügen über große Balkone oder Terrassen. Der ehemalige Vorgarten wurde zu einem Parcours umgewidmet, einer Aktions- und Bewegungsfläche für die Kinder und Jugendlichen der sozialpädagogischen WGs, die hier auch mal laut sein dürfen. Mit einem EPDM-Belag ist er für die intensive Nutzung ausgelegt. Das Eltern-Kind-Zentrum, eine niedrigschwellige Einrichtung der Stadt Wien, beansprucht das gesamte Erdgeschoss des anderen Gebäudeteils, über dem sich die klassischen Wohnungen befinden. Die Besucher empfängt ein großzügiger Eingangsbereich. Zur Abgrenzung der Büro- und Beratungszimmer wurde eine raumhohe Regalwand eingebaut – diese bietet nicht nur Stauraum für das Zentrum, sondern verbirgt auch die Sanitärschächte der darüber liegenden Wohnungen. Die Planung der Wohnungen war vor allem hinsichtlich ihrer Orientierung zur verkehrsintensiven Wienerbergstraße problematisch: Daher wurden in diesem Trakt nur durchgestreckte Einheiten vorgesehen, deren Schlafzimmer zumindest zur ruhigen Innenhof-Seite gelegt werden konnten. Nur für die Eckwohnungen war eine eigene Lösung nötig: Statt Balkonen wurden hier verglaste Loggien eingerichtet, die Schlafräume sind zur ruhigeren Darnautgasse ausgerichtet.

Darnautgasse 12, Wien, Froetscher Lichtenwagner, Foto Horst DockalWien Foto: Horst Dockal, Wien

Laubengangfassade

Im Gebäudeteil zur Darnautgasse handelt es sich um Laubengangwohnungen, die zum Garten orientiert sind. Die Laubengangfassade an dieser Seite war erforderlich aufgrund der geringen Trakttiefe zu der emissionsreichen Straßenecke: „Die dadurch entstehende starke Horizontalität der Gänge und Geländer haben wir mit einer transluzenten Fassade aus Doppelstahlmatten abgemildert, um so ein einheitliches architektonisches Element zu schaffen“, erläutert Christian Lichtenwagner die Lösung des Büros. Der kreisrunde Ausschnitt gibt den Blick von innen und außen frei. Das weiß beschichtete Gitter hebt sich vom deutlich dunkleren Hintergrund ab. Für den Betrachter ergeben sich je nach Blickwinkel wechselnde räumliche Eindrücke: Mal ist die Fassade durchlässig, mal kaum vorhanden, oder sie erscheint geschlossen, fast wie eine Putzfassade.

Aufgrund der hohen Vorgaben an die Wohnungen endet hinter der Wohnungstür eigentlich schon der Einfluss des Planers. Als Architekten müssen wir Wohnbau vor allem im Kontext als Städtebau verstehen. Es geht um die Integration unterschiedlicher Bedürfnisse und unterschiedlichen Wohnverhaltens. Das Zusammenspiel der Wohnungen untereinander und des Gebäudes in seiner Nachbarschaft – darin zeigt sich die Qualität des Wohnungsbaus.

DI Christian Lichtenwagner, FROETSCHER LICHTENWAGNER Architekten, Wien

Darnautgasse 12, Wien, Froetscher Lichtenwagner, Foto Horst Dockal Wien
Das Grundrisskonzept des Gebäudes mit Laubengang baut darauf auf, die Aufenthalts- und Schlafräume sowie Balkone zum ruhigen Innenhof mit Garten zu orientieren.

The social program is related to the surrounding space and neighbourhood. The project is convincingly integrating public, collective and private space. It is generous towards its surroundings and its inhabitants, with clearly limited and sober means.

Matilde Baffa Ugo Rivolta European Architecture Award 2017, special mention for the development of a very strong social program

Objektdaten

  • Objekt „Gemeinschaftliches Wohnen“, Wien 12, Darnautgasse
  • Auftraggeber EISENHOF Gemeinn. Wohnungsgesellschaft mbH
  • Architekten FROETSCHER LICHTENWAGNER Architekten, Wien
  • Wettbewerb 1. Preis im zweistufigen Bauträgerwettbewerb 2013
  • Nutzungen 58 Wohnungen (davon 5 WGs), 2 sozialpädagogische WGs und ein Eltern-Kind-Zentrum der MA11
  • BGF ca. 9.580 m²
  • Geförderte Fläche 5.385 m²
  • Baubeginn April 2015
  • Fertigstellung Oktober2016

GROHE Produkte Waschtischarmatur Eurosmart

Darnautgasse 12, Wien, Froetscher Lichtenwagner, GROHE Waschtischarmatur Eurosmart, Foto Gerhard Fally Wien Foto: Gerhard Fally, Wien

BELIEBTES ALLROUNDTALENT UNTER DEN ARMATUREN

Für die Ausstattung der Waschtische in den Bädern der Wohnungen entschieden sich die Planer für den absoluten Bestseller von GROHE: Mit über 30 Millionen Stück gehört Eurosmart zu den meistverkauften Armaturen-Linien des Weltmarktführers. Sie verbindet zeitloses Design mit langlebiger Qualität und einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Die in den Badezimmern des Wohnkomplexes eingesetzte Niederdruck-Variante wurde speziell für die Kombination mit Untertischgeräten entwickelt. Darüber hinaus gehören auch Modelle mit dem energiesparenden SilkMove System ES zur Serie. Es sorgt dafür, dass bei der häufig verwendeten Mittelstellung des Hebels nur kaltes Wasser fließt.

Bauherren und Planern sowohl von Klein- als auch von Großprojekten bieten Eurosmart-Armaturen viele Vorteile und genießen daher bei ihnen seit Jahrzehnten großes Vertrauen.